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MediaWiki Hosting


Viele Unternehmen verwenden MediaWiki als zentrale Wissensplattform. Die Open-Source-Software ermöglicht es, schnell und strukturiert Informationen zu sammeln und für Mitarbeiter, Kunden und Partner verfügbar zu machen. Wir helfen bei der Einrichtung und dem Betrieb von MediaWiki. Auf Wunsch stellen wir MediaWiki auch auf unserer Cloud-Plattform bereit. Wir unterstützen Unternehmen bei der Auswahl und Konfiguration passender Erweiterungen. Ferner verknüpfen wir MediaWiki mit anderen Websites.


Wikipedia Relations


Die Enzyklopädie Wikipedia gehört zu den am häufigsten besuchten Websites. Sie informiert über Themen aus Geschichte, Kultur, Politik und Sport. Außerdem enthält sie viele Artikel über Unternehmen. Diese dürfen unter bestimmten Bedingungen an ihrem eigenen Artikel mitwirken. Wir nehmen keine bezahlten Änderungen im Namen von Unternehmen vor, sondern helfen diesen, selbst in Wikipedia aktiv zu werden. Ziel ist es, Artikel unter Einhaltung aller Wikipedia-Richtlinien nachhaltig zu verbessern.


 

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Goodbye Wikimania 2016


Die 12. Wikimania ist beendet. Vom 22.06. bis 28.06. trafen sich in Esino Lario die Vertreter von Wikipedia und ihren Schwesterprojekten aus aller Welt. Nach Angaben einiger Teilnehmer handelte es sich um die beste Veranstaltung dieser Art seit der Wikimania 2011 in Haifa. Überzeugen konnte offenbar vor allem die konsequente Ausrichtung an den Bedürfnissen der Community. Dirk Franke hat für uns die Veranstaltung auf Twitter unter @wiki_live begleitet. 2017 wird die Wikimania in Montreal stattfinden.


 

Das Wikipedia-Schiedsgericht

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Zu Beginn muss zunächst ein weit verbreitetes Missverständnis aufgeklärt werden: Das Schiedsgericht der deutschsprachigen Wikipedia entscheidet niemals über inhaltliche Fragen zur Gestaltung von Artikeln. Das war immer schon die Linie dieses gewählten Gremiums und wurde auch in den diversen Meinungsbildern – also den Abstimmungen der Community, auf denen sich die Existenz des Gremiums begründet – festgeschrieben. Was aber ist denn eigentlich das Schiedsgericht?


Das Schiedsgericht der deutschsprachigen Wikipedia ist ein Gremium aus zehn Wikipedia-Autoren, die jeweils für die Dauer von einem Jahr gewählt werden. Es wurde 2007 als höchste Instanz zur Konfliktlösung innerhalb der Online-Enzyklopädie geschaffen. Im Laufe des Bestehens von Wikipedia entwickelten sich in zahlreichen Bereichen immer komplexere Strukturen, um das Projekt am Laufen zu halten – dazu gehörte eben auch das Schiedsgericht.


Inhaltliche Fragen liegen nicht in der Zuständigkeit des Gremiums. Es ist vielmehr oberstes „Korrektiv“ bei strittigen Fragen zwischen Wikipedia-Autoren. Häufigster Fall ist dabei die Beschwerde über eine Benutzersperre, also den Entzug des Rechts zum Bearbeiten von Artikeln für eine bestimmte oder unbestimmte Zeit. Autoren, die von einer solchen Maßnahme durch Administratoren betroffen sind und die sich ungerecht behandelt fühlen, können sich zunächst an die Sperrprüfung und anschließend als letzte Instanz an das Schiedsgericht wenden. Der große Vorteil ist, dass im Schiedsgericht bisher stets Mitglieder ohne Administratorrechte die Mehrheit bildeten und so eine unabhängige Prüfung des jeweiligen Falls gewährleistet ist.


Ein weiterer Grund, sich an das Schiedsgericht zu wenden, sind Konflikte zwischen Autoren. Wenn solche Konflikte sich nicht mehr auf rein inhaltliche Auseinandersetzungen beschränken und immer mehr ins Persönliche abrutschen, wendet sich eine der Parteien oder beide gemeinsam an das Schiedsgericht. Dieses kann dann etwa weitreichende Bearbeitungs- oder Kontaktverbote aussprechen oder versuchen, den Konflikt mit weniger invasiven Maßnahmen zu befrieden. Dieser Anwendungsfall stand großen Teilen der Wikipedia-Community wohl auch bei der Einführung des Gremiums 2007 am deutlichsten vor Augen.


Ähnlich wie an ordentlichen staatlichen Straf- und Zivilgerichten vollzieht das Schiedsgericht seine Urteile nicht selbst, sondern ist stets auf die Hilfe der Administratoren angewiesen. Dies ist ebenfalls ein klarer Ausdruck der Unabhängigkeit des Schiedsgerichts, da die Mitglieder des Gremiums nicht zugleich als Richter und Vollstrecker tätig werden sollen. Die Mitglieder des Schiedsgerichts genießen größtes Vertrauen seitens der Community, was die Tätigkeit für das Gremium herausfordernd und intensiv, aber auch in höchstem Maße interessant macht.


Der Autor dieses Beitrags war von Dezember 2012 bis November 2013 und von Juni 2014 bis Mai 2016 gewähltes Mitglied des Schiedsgerichts der deutschsprachigen Wikipedia.


 

Löschen oder schnell löschen?

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Werden Wikipedia-Artikel gelöscht, sorgt das für hitzige Diskussionen – erst Recht, wenn man mit Außenstehenden über gängige Praxis spricht. Wikipedia kennt zwei verschiedene Verfahren, um einen Artikel zu löschen: Neben dem regulären Löschantrag, der nach sieben Tagen von einem Administrator entschieden wird, gibt es noch den sogenannten Schnelllöschantrag. Dieser funktioniert nach dem Vier-Augen-Prinzip und ist für Artikel reserviert, die offensichtlich gegen Regeln verstoßen.


Die Meinungen, was offensichtlich ist, gehen aber natürlich weit auseinander. Während es für nachweisbare Relevanz bindende Kriterien gibt, existieren diese für Irrelevanz nicht. Erfüllt ein Wikipedia-Artikel die Relevanzkriterien nicht, ist das ein deutliches Anzeichen für Irrelevanz – im Zweifel muss aber jeder Artikel einzeln überprüft werden. Im Kern dreht sich jeder Schnelllöschantrag um die Frage, ob der Artikel Chancen hat, von anderen Autoren ausgebaut oder anderweitig verbessert zu werden.


Administratoren überprüfen mehrmals täglich die offenen Schnelllöschanträge. Widerspricht ein anderer Autor dem Antrag oder findet der Administrator die Begründung nicht nachvollziehbar, wird der Schnelllöschantrag in einen regulären Löschantrag umgewandelt. Wird dem Schnelllöschantrag zugestimmt, sieht es für unerfahrene Autoren so aus, als wäre der Artikel ohne Erklärung plötzlich verschwunden – eines der größten Missverständnisse zwischen erfahrenen Autoren und Anfängern.


 

Von Frankfurt nach Esino Lario

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(Bild: Sebastiaan ter Burg, Lizenz: CC-BY 2.0)


Einmal im Jahr treffen sich Autoren, Fotografen und Freunde der Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte aus aller Welt. Die erste sogenannte „Wikimania“ fand 2005 in Frankfurt am Main statt. Wikipedia steckte damals noch in den Kinderschuhen, die Community war relativ überschaubar. Es war fast unmöglich, sich am Aufbau der Online-Enzyklopädie zu beteiligen, ohne mehr oder weniger automatisch in Kontakt mit Autoren und Fotografen aus anderen Ländern zu kommen. Aufgrund der Motivation vieler Mitglieder der Community, ihre virtuellen Bekanntschaften auch einmal persönlich zu treffen, wurde 2005 spontan das die erste Veranstaltung dieser Art ins Leben gerufen.


Die Wikimania 2005 gefiel einer Mehrheit der Anwesenden. Daher wurde die Veranstaltung in den folgenden Jahren wiederholt – rund um den Globus von Boston bis Taipeh. Die größte Wikimania fand 2014 in London statt, man verzeichnete über 2.000 Teilnehmer. Dieses Jahr ist Esino Lario am Comer See in Italien an der Reihe. Das bedeutet eine Zäsur für alle Beteiligten: Nachdem die Veranstaltung in den letzten Jahren immer größer und größer wurde, will man sich nun auf den Kern der Community konzentrieren. An die Stelle pompöser Tagungshotels wie dem Hilton in Mexico City tritt ein kleines italienisches Bergdorf mit weniger Einwohnern als die Wikimania Teilnehmer.


Die Veränderungen spiegeln sich auch im Programm wieder: Letztes Jahr wurde den Teilnehmern ein breiter Strauß an Themen präsentiert, in dem es vor allem um die Rettung der Wikipedia-Welt ging. Außenstehende sollten für die Online-Enzyklopädie begeistert werden und die Mission des Projekts in die Welt hinaustragen. Diesmal ist das Programm deutlich fokussierter und stärker an den Bedürfnissen aktiver Wikipedia-Autoren und –Fotografen ausgerichtet. Zum Beispiel gibt es einen Workshop für die Aufnahme von Videos mit dem Smartphone. Diese können später vielleicht Wikipedia-Artikel illustrieren. Auch Partnerschaften mit Kulturinstitutionen stehen auf der Agenda.


Auf der Wikimania treffen sich traditionell nicht nur Wikipedia-Autoren und -Fotografen, sondern auch viele Funktionäre der Wikipedia-Welt. Vorstände, Präsidien und Mitarbeiter der Wikimedia Foundation und ihrer Chapter nutzen die Gelegenheit, sich über wichtige Themen auszutauschen. Im Zentrum der Gespräche dürfte nicht zuletzt die Kritik am Board der Wikimedia Foundation stehen. Aufgrund der starken Präsenz der Funktionäre wurde der Wikimania mitunter vorgeworfen, sich von den Bedürfnissen der Community zu entfernen. Dieses Jahr soll auch das anders werden, die Hauptamtlichen wollen sich gegenüber den Freiwilligen offensichtlich in Zurückhaltung üben.


 

WikiConvention Francophone


Die französischsprachige Wikipedia die sechstgrößte Ausgabe der Online-Enzyklopädie. Gemessen an der Anzahl registrierter Benutzer liegt sie sogar auf dem dritten Platz – also deutlich vor der deutschsprachigen Ausgabe. Um die Zusammenarbeit der Community zu fördern, findet vom 19.08. bis 21.08.2016 die erste WikiConvention Francophone in Paris statt. Austragungsort ist die „Halle Pajol“ im 18. Arrondissement.


Das Programm der Konferenz steht noch nicht fest, es wurden aber viele Vorträge zu klassischen Wikipedia-Themen eingereicht. Sowohl Anfänger als auch erfahrene Wikipedia-Autoren und -Fotografen werden sicher auf ihre Kosten kommen. Neben neben den Wikimedia-Vereinen aus Frankreich und der Schweiz zählt auch die französische Niederlassung des Internetkonzerns Google zu den Unterstützern der Veranstaltung.