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MediaWiki Hosting


Viele Unternehmen verwenden MediaWiki als zentrale Wissensplattform. Die Open-Source-Software ermöglicht es, schnell und strukturiert Informationen zu sammeln und für Mitarbeiter, Kunden und Partner verfügbar zu machen. Wir helfen bei der Einrichtung und dem Betrieb von MediaWiki. Auf Wunsch stellen wir MediaWiki auch auf unserer Cloud-Plattform bereit. Wir unterstützen Unternehmen bei der Auswahl und Konfiguration passender Erweiterungen. Ferner verknüpfen wir MediaWiki mit anderen Websites.


Wikipedia Relations


Die Enzyklopädie Wikipedia gehört zu den am häufigsten besuchten Websites. Sie informiert über Themen aus Geschichte, Kultur, Politik und Sport. Außerdem enthält sie viele Artikel über Unternehmen. Diese dürfen unter bestimmten Bedingungen an ihrem eigenen Artikel mitwirken. Wir nehmen keine bezahlten Änderungen im Namen von Unternehmen vor, sondern helfen diesen, selbst in Wikipedia aktiv zu werden. Ziel ist es, Artikel unter Einhaltung aller Wikipedia-Richtlinien nachhaltig zu verbessern.


 

Interessiert? Wir freuen uns auf Ihre Nachricht: info@sucomo.de



Nehmt das nicht so ernst …

17.05.2016 | von Markus Franz


(Bild: „carrotmadman6“, Lizenz: CC-BY 2.0)


Die Eidgenössische Technische Hochschule in Zürich (kurz ETH) ist eine der angesehensten Hochschulen der Welt. Sie hat ein tadelloses Re­nom­mee – und nun trotzdem Ärger mit Wikipedia: Nachdem im Kurier auf ein neues Projekt der Hochschule aufmerksam gemacht wurde, witterten Community-Mitglieder sofort unlautere Absichten. Der Vorwurf der „Werbung“ stand im Raum. In der anschließenden Debatte um die Meldung der ETH sind die üblichen Reflexe zu beobachten – und zwar nicht nur bei den Gegnern der Zusammenarbeit mit Dritten, sondern auch deren Unterstützern.


Vor dreieinhalb Jahren startete ein Projekt zum Thema „Umgang mit bezahltem Schreiben“ – und trotzdem fällt es Vertretern von Wikipedia, Unternehmen und wissenschaftlichen Institutionen nach wie vor schwer, vernünftig miteinander zu reden. Es täte allen Seiten gut, die Einflüsse Dritter auf Wikipedia etwas weniger ernst zu nehmen: Wenn verifizierte Benutzerkonten zur Enzyklopädie beitragen, bearbeiten sie in der Regeln nur einzelne Artikel oder stellen ein paar Bilder zur Verfügung. Flächendeckender Einfluss, der das Projekt nachhaltig verändern könnte, sieht mit Sicherheit anders aus.


Ob wir wollen oder nicht: Wikipedia, Unternehmen und wissenschaftliche Institutionen müssen miteinander auskommen. Das gebietet alleine schon die gesellschaftliche Bedeutung, die Wikipedia mittlerweile erreicht hat. Eine klare Unterscheidung zwischen „Öffentlichkeitsarbeit“ und „Werbung“ ist dringend erforderlich. Um das Verhältnis zu verbessern, braucht es von allen Seiten viel mehr Gelassenheit – und vielleicht mehr Austausch im echten Leben. Bisher gibt es – mit Ausnahme weniger Agenturen – keinen etablierten Gesprächskanal zwischen Community und Externen.


 

Neue Meinungsbilder in Sicht

14.05.2016


Seit Jahren streitet Wikipedia um die Relevanz von Unternehmen. Zuletzt sollten die entsprechenden Kriterien im Februar 2016 komplett geändert werden. Trotz aufwändiger Vorbereitungen konnte sich die Community nicht auf den großen Wurf einigen. Ungeachtet aller Differenzen war aber in zwei Punkten zumindest im Ansatz Einigkeit zu erkennen: Erstens haben die beiden Kriterien „innovative Vorreiterrolle“ und „marktbeherrschende Stellung“ heute nicht mehr den vollen Rückhalt der Community, weil sie häufig für mühsame Diskussionen sorgen. Zweitens soll die Relevanz historischer Betriebe anders definiert werden, als das für heutige Unternehmen der Fall ist.


Derzeit werden neue Abstimmungen vorbereitet, die sich nur mit diesen beiden Punkten beschäftigen. Das Meinungsbild, das die „innovative Vorreiterrolle“ und „marktbeherrschende Stellung“ zugunsten der quantitativen Kriterien (also 100 Millionen Euro Umsatz oder 1.000 Mitarbeiter) abschaffen will, hat mittlerweile genügend Unterstützer. Es wird vermutlich in den nächsten Wochen starten und ist grundsätzlich zu begrüßen, weil es die Regeln vereinfacht: Geschäftszahlen sind immer leichter zu überprüfen, als weiche Kriterien – das macht allen Seiten – also Community, Unternehmen und Agenturen – die Arbeit erheblich viel einfacher und kürzt Diskussionen ab.


Ein anderes Meinungsbild will neue Kriterien für Unternehmen einführen, die eine besondere historische Bedeutung nachweisen können. Diskutiert wird, ob etwa Gesellschaften oder Manufakturen aus dem 19. Jahrhundert automatisch relevant sind, wenn sie bis heute existieren. Auch Aktiengesellschaften, die vor dem Ersten Weltkrieg gegründet wurden, könnten besondere Rechte erhalten. Spezielle Kriterien für eine bestimmte Gruppen von Unternehmen sind nicht ungewöhnlich: So stellt Wikipedia zum Beispiel andere (wesentlich niedrigere) Anforderungen an Fahrzeughersteller. Diese Kriterien wurden kürzlich sogar auch auf Fahrradhersteller ausgedehnt.


 

Chemie-Redaktion ausgezeichnet

03.05.2016 | von Dirk Franke


Die Chemie-Redaktion der deutschsprachigen Wikipedia erhielt vor Kurzem den Preis für Journalisten und Schriftsteller der Gesellschaft Deutscher Chemiker. Hierbei handelt es sich um eine renommierte Auszeichnung im Bereich der Wissenschaftskommunikation, vergeben vom größten und wichtigsten Verband des Fachgebiets. Das ist eine Sensation! Die Chemie-Redaktion verdient auch an dieser Stelle ein ausdrückliches Kompliment für ihre anspruchsvolle und mühevolle Arbeit, die ihre Mitglieder tagtäglich in Wikipedia leisten. Glückwunsch an alle Beteiligten!


Es ist das erste Mal, dass eine Wikipedia-Redaktion in dieser Form durch Externe gewürdigt wurde. Die Auszeichnung bekam weder ein einzelner Autor, noch „die Wikipedia“ oder „die Wikipedianer“. Vielmehr wurde eine Gruppe bestimmter Autoren ausgezeichnet. Das zeigt, dass das Innenleben der Wikipedia in einer breiten Öffentlichkeit immer bekannter und besser nachvollziehbar wird. Auch Wissenschaftler verstehen offensichtlich immer mehr die Abläufe der Online-Enzyklopädie. Gleichzeitig zeigt die Auszeichnung die Bedeutung, die Redaktionen in Wikipedia haben.


Redaktionen, manchmal auch Projekte genannt, sind Zusammenschlüsse mehrerer Wikipedia-Autoren, die gemeinsam an einem bestimmten Thema arbeiten. Die Mitgliedschaft in Redaktionen ist – wie eigentlich alles in Wikipedia – unverbindlich und nicht verpflichtend. Neben grundlegenden Themen wie Biologie oder Chemie gibt es auch stärker spezialisierte Zusammenschlüsse, etwa zum Thema Haushund. Die Redaktionen koordinieren sich in erster Linie in Wikipedia, größere und aktiviere Gemeinschaften treffen sich meist ein- oder zweimal im Jahr im echten Leben.


Wenn ein Zusammenschluss von Wikipedia-Autoren über einen längeren Zeitraum am selben Thema arbeitet, können sich spannende Ideen entwickeln: Angefangen von der Ausarbeitung eines grundlegenden Aufbaus aller Artikel bis zur Aktualisierung und Optimierung bestehender Inhalte. Im günstigsten Fall führen Redaktionen neue Wikipedia-Autoren in ein bestimmtes Thema ein, vermitteln relevante Fachliteratur und helfen bei den ersten Versuchen, Artikel zu schreiben. Es gibt aber auch Fälle, in denen Redaktionen eine Gemeinschaft bilden, die interessierte Dritte vertreibt.


Die Chemie-Redaktion ist aber nun wirklich kein solcher „Closed Shop“ – im Gegenteil. Die Mitglieder kümmern sich seit Jahren aufopferungsvoll um ihr Fachgebiet. Sie achten auf qualitative Standards und helfen Neulingen bei den ersten Schritten in der Enzyklopädie. Die Artikel der Chemie-Reaktion gehören im deutschsprachigen Raum zu Recht zu den meistgelesenen Texten über Chemie. Die Auszeichnung der Gesellschaft Deutscher Chemier bestätigt wieder einmal die Arbeit der Redaktion – und spornt die gesamte Community an, es den Chemikern nachzumachen.


 

Journalisten vertrauen Wikipedia

21.04.2016


Der Verlag Rommerskirchen und die Kölner Hochschule Macromedia haben untersucht, welche Quellen von Journalisten im deutschsprachigen Raum für die Recherche genutzt werden. Zu diesem Zweck wurden insgesamt 1.428 Vertreter des Berufsstandes befragt. Die Ergebnisse der Umfrage sind beachtenswert und bestätigen unsere Erwartungen: Was online verfügbare Informationen betrifft, steht Wikipedia besonders hoch im Kurs. Fast die Hälfte aller Journalisten gaben an, die Online-Enzyklopädie häufig oder sehr häufig zu verwenden. Facebook und andere Plattformen liegen weit dahinter:



Die Statistik zeigt, dass Wikipedia eindeutig das wichtigste soziale Medium für die Recherche von Journalisten im deutschsprachigen Raum ist. Während viele Wikipedia-Autoren und -Fotografen die Enzyklopädie auch heute noch als große Spielwiese mit anarchischem Charakter betrachten, hat ihr Wort in der hiesigen Medienlandschaft Gewicht – ob sie das wollen oder nicht. Weitere Details der Umfrage können den beiden Magazinen „journalist“ und „pressesprecher“ aus dem Verlag Rommerskirchen entnommen werden. In den aktuellen Ausgaben werden die Ergebnisse ausführlich vorgestellt.


 

Wahrheit nicht ohne Belege

18.04.2016 | von Dirk Franke


Wikipedia sammelt das Wissen der Welt – so der theoretische Anspruch. Die Praxis hat sich in den letzten Jahren anders entwickelt: Wikipedia sammelt das, was die Öffentlichkeit für wahr hält. Anders formuliert: Informationen müssen nicht im ontologischen Sinne des Wortes wahr sein, sondern in einer reputablen Quelle geschrieben stehen. Was jemand aus Erfahrung weiß oder zum Beispiel in unveröffentlichten Dokumenten steht, ist aus der Perspektive von Wikipedia grundsätzlich erst einmal nicht existent.


Dieses Prinzip klingt auf den ersten Blick einfach, sorgt im Alltag aber immer wieder für Reibereien. So kommt es zum Beispiel regelmäßig vor, dass ausgewiesene Experten ihr mühsam erworbenes Fachwissen in Wikipedia einbringen wollen – andere Autoren ihre Änderungen an Artikeln aber trotzdem löschen, weil keine Quellen angegeben wurden. Beide Seiten fühlen sich dann schnell persönlich angegriffen: Der erfahrene Wikipedia-Autor, weil ein Außenstehender sich nicht an die Regeln der Online-Enzyklopädie halten will. Der Experte, weil seine Autorität und Erfahrung auf einem bestimmten Gebiet nicht geschätzt, sondern rüde abgelehnt wird.


Ebenso häufig ist der Fall, dass Menschen in einem Wikipedia-Artikel über sich selbst oder Familienmitglieder, Freunde und Bekannte Fehler entdecken, die sie mit Verweis auf amtliche Dokumente korrigieren wollen – zum Beispiel das Geburtsdatum oder der Geburtsort. Solche Informationen, die nicht öffentlich zugänglich sind, lässt Wikipedia aber nicht als Quelle zu, weshalb auch diese Änderungen oftmals wieder zurückgesetzt werden. Abhilfe schafft hier allenfalls, wenn die entsprechenden Angaben irgendwie im Internet – auch ohne weitere Belege – veröffentlicht werden. Anschließend kann man Wikipedia-Autoren dann darauf hinweisen und um Korrektur bitten.


Dennoch: Eine Regel der Online-Enzyklopädie ist seit jeher, dass Wikipedia kein neues Wissen schafft, sondern nur vorhandenes Wissen sammelt – und es in Form von Artikeln leichter zugänglich macht. Dieser Grundsatz ist für viele Außenstehende schwer zu verstehen, für das Projekt aber enorm wichtig. Er hat aber dazu beigetragen, viele Konflikte um Wahrheit und Wissen zu vermeiden. Außerdem gibt er Wikipedia und den fleißigen ehrenamtlichen Autoren einen klaren Fokus, was "richtig" und "falsch" ist.