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MediaWiki Hosting

Viele Unternehmen verwenden MediaWiki als zentrale Wissensplattform. Die Open-Source-Software ermöglicht es, schnell und strukturiert Informationen zu sammeln und für Mitarbeiter, Kunden und Partner verfügbar zu machen. Wir helfen bei der Einrichtung und dem Betrieb von MediaWiki. Auf Wunsch stellen wir MediaWiki auch auf unserer Cloud-Plattform bereit. Wir unterstützen Unternehmen bei der Auswahl und Konfiguration passender Erweiterungen. Ferner verknüpfen wir MediaWiki mit anderen Websites.

Wikipedia Relations

Die Enzyklopädie Wikipedia gehört zu den am häufigsten besuchten Websites. Sie informiert über Themen aus Geschichte, Kultur, Politik und Sport. Außerdem enthält sie viele Artikel über Unternehmen. Diese dürfen unter bestimmten Bedingungen an ihrem eigenen Artikel mitwirken. Wir nehmen keine bezahlten Änderungen im Namen von Unternehmen vor, sondern helfen diesen, selbst in Wikipedia aktiv zu werden. Ziel ist es, Artikel unter Einhaltung aller Wikipedia-Richtlinien nachhaltig zu verbessern.

 

Interessiert? Wir freuen uns auf Ihre Nachricht: info@sucomo.de


WikiCon 2016 in Kornwestheim
am 21.09.2016 von Dr. Uwe Rohwedder

(Bild: Ralf Bösch, Lizenz: CC-BY-SA 3.0 DE)

Wikipedia-Autoren und -Fotografen sind im Allgemeinen geselliger als es das Klischee vom einsamen Computer-Nerd nahelegt. Sie treffen sich regelmäßig zu Stammtischen und gemeinsamen Exkursionen – und einmal im Jahr versammelt sich die deutschsprachige Community zur sogenannten WikiCon, der kleinen Schwester der internationalen Wikimania-Konferenz.

In diesem Jahr tagte man vom 16. bis 18. September in Kornwestheim, einer Stadt zwischen Ludwigsburg und Stuttgart. Die WikiCon 2016 war in mehrerlei Hinsicht ein besonderes Treffen: Mit über 330 Teilnehmern war es die bisher größte Veranstaltung dieser Art. Zum ersten Mal war auch die Öffentlichkeit ausdrücklich eingeladen, sich vor Ort über Wikipedia und die Menschen, die sie schreiben, zu informieren. (Schließlich ist Wikipedia auf der Suche nach neuen Autoren, für die es natürlich spezielle Einführungen gab.) Im „Forum des freien Wissens“ präsentierten sich nicht nur diverse Wikimedia-Projekte, sondern auch thematisch verwandte Initiativen, wie zum Beispiel das freie Kartenprojekt OpenStreetMap oder die Vereinigung „Code for Stuttgart“.

Das Programm der WikiCon 2016 enthielt Vorträge und Diskussionen zu fast allen Themen, die die deutsche Wikipedia derzeit bewegen: Vom Umgang mit Neulingen, Trollen oder Unternehmen und anderen Organisationen, über technische Neuerungen und den internationalen Austausch bis hin zum nach wie vor angespannten Verhältnis der Community zum Förderverein Wikimedia. Emotionaler Höhepunkt der WikiCon 2016 war wieder die Verleihung der Eulen: Wie in den letzten Jahren wurden verdiente Autoren, Fotografen und Projekte für ihren Beitrag zur Online-Enzyklopädie ausgezeichnet.

Dieses Ritual gibt es erst seit dem Jahr 2014. Wurde es von dem einen oder anderen Kritiker zunächst belächelt, haben sich die Eulen dennoch in kürzester Zeit erfolgreich etabliert. Sie gelten mittlerweile als willkommener Gegenpol zur Streitkultur auf Wikipedia. Bemerkenswert ist, dass die Verleihung dieses Jahr mit einer Gedenkminute für kürzlich verstorbene Wikipedianer begonnen wurde. Nicht nur Wikipedia selbst, sondern auch die Autoren und Fotografen der Online-Enzyklopädie kommen allmählich in die Jahre.

 

Wikipedia-Autoren-Statistik
am 04.09.2016

In der deutschsprachigen Wikipedia sind derzeit rund 2,5 Millionen Benutzer registriert. Was auf den ersten Blick vielleicht beeindruckend aussehen mag, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Trugschluss – denn nur ein kleiner Teil der angemeldeten Autoren ist tatsächlich aktiv. Die Wikimedia Foundation veröffentlicht für Wikipedia und ihre Schwesterprojekte regelmäßig Zahlen, die eine genauere Auswertung zulassen. Zu den interessantesten Informationen gehört der Wert, wie viele Autoren im letzten Monat fünf oder mehr Beiträge vorgenommen haben. (Dabei wird aber nicht berücksichtigt, ob Autoren lediglich einen kleinen Rechtschreibfehler korrigiert oder einen kompletten Artikel veröffentlicht haben.)


Alleine in den letzten sechs Monaten hat die deutschsprachige Wikipedia etwa 15 % ihrer aktiven Autoren verloren. Die Zahl der Autoren mit fünf oder mehr Beiträgen sinkt sogar schneller, als die Zahl der Autoren mit 100 oder mehr Beiträgen – Wikipedia verliert also das „Grundrauschen“ und schafft es immer weniger, Autoren langfristig an sich zu binden. Weder die Wikimedia Foundation noch die Community haben bislang ein probates Mittel gefunden, diesen Effekt aufzuhalten oder umzukehren. Es kommt aber noch schlimmer: Weil die Zahl der Wikipedia-Artikel unbeeindruckt vom rückläufigen Interesse der Autoren unaufhörlich steigt, müssen die verbleibenden Community-Mitglieder immer mehr Artikel betreuen.


Auf jeden aktiven Wikipedia-Autor kommen heute fast doppelt so viele Artikel, als noch vor fünf Jahren. Während in den beliebten Kategorien (wie zum Beispiel Geschichte, Politik, Musik oder Naturwissenschaften) weiterhin große Aktivität herrscht, leidet die Wirtschaft besonders unter dem Rückzug aktiver Autoren. Es ist eben oft einfacher, die Biografie einer Person zu aktualisieren, als über ein Unternehmen zu schreiben – was nicht zuletzt daran liegt, dass man Quellen für Leben und Werk einer Person leichter findet, als für Geschichte und Produkte eines Unternehmens. Sofern die Online-Enzyklopädie ihre eigenen Standards in diesem Bereich aber nicht aufweichen will, ist sie unausweichlich auf die Hilfe externer Autoren angewiesen.

 

Paid Editing weltweit
am 31.08.2016 von Dirk Franke

Die Wikimania bietet immer Gelegenheit, neues Wissen zu sammeln und alte Kenntnisse zu vertiefen. Obwohl das Programm jedes Jahr Überraschungen bereithält, haben sich über die Jahre wiederkehrende Vorträge zu dauerhaft wichtigen Themen etabliert. Referenten, die sich auf einem Gebiet besonders gut auskennen, treten immer wieder vor die Community. Einer davon ist Andrew Lih, Professor für Journalismus an der American University in Washington, D.C. und Autor von „The Wikipedia Revolution“.

Auf der Wikimania referiert Andrew Lih traditionell über Paid Editing. Nach 2014 und 2015 gestaltete er dieses Jahr bereits die dritte Veranstaltung dieser Art. Während sich Andrew Lih in den letzten Jahren in erster Linie auf die englischsprachige Wikipedia konzentrierte, untersucht er seit einiger Zeit die Regeln anderer Ausgaben. Dabei wird er von einer Reihe fachkundiger Community-Mitglieder unterstützt. Auf der Wikimania 2016 lieferte Andrew Lih einen Zwischenstand seiner Untersuchung.

Über alle Sprachbarrieren hinweg gelten die Nutzungsbedingungen der Wikimedia Foundation. Diese besagen, dass bezahltes Schreiben (Paid Editing) öffentlich und transparent ablaufen muss. Dieser Mindeststandard wird durch mehr oder weniger umfangreiche Regeln ergänzt, die in den unterschiedlichen Wikipedia-Ausgaben vollkommen verschieden sind. Während in einigen Sprachen überhaupt keine spezifischen Regeln vorkommen, wird in anderen von Paid Editing abgeraten – oder ist komplett verboten, wie zum Beispiel in der arabischsprachigen oder koreanischsprachigen Wikipedia. Während Unternehmen in der deutschsprachigen Wikipedia unbedingt ein verifiziertes Benutzerkonto im Namen ihrer Firma anlegen sollten, ist das in der englischsprachigen Wikipedia ausdrücklich verboten. Benutzerkonten müssen sich immer auf eine natürliche Person beziehen.

Obwohl der Vortrag auf der Wikimania 2016 sehr interessant war, hatte er eine gravierende Schwäche: Andrew Lih und seine Mitstreiter beziehen sich bei ihrer Analyse nur auf die Regeln und nicht auf deren Umsetzung. Es ist aber durchaus üblich, dass Wikipedia einen gravierenden Unterschied zwischen geschriebener Vorschrift und gelebter Praxis macht. Aus diesem Grund fällt Unternehmen und anderen Organisationen die Bearbeitung von Artikeln und die Interaktion mit der Community immer wieder so schwer.

 

Mobil ist jetzt
am 30.08.2016 von Dirk Franke

Mobil ist nicht die Zukunft – mobil ist jetzt. So lautet die Kernaussage des Reading Teams der Wikimedia Foundation. Auf der Wikimania 2016 in Esino Lario gaben die Verantwortlichen einen Überblick über ihre aktuelle Arbeit. Letztendlich wurde daraus eine Zusammenfassung der mobilen Nutzung von Wikipedia auf Handys und Tablets. Aufgabe des Reading Teams ist es, sich vor allem um die Bedürfnisse der Leser der Wikipedia zu kümmern. Während eine Mehrheit der Autoren immer noch vor klassischen Desktop-PCs sitzt, sind die Leser mittlerweile zu einem großen Teil mobil zu finden.

Das Reading Team untersuchte vor allem die Situation in den Vereinigten Staaten. Im Rest der Welt sind die Verhältnisse aber wahrscheinlich noch stärker zu Gunsten mobiler Geräte ausgeprägt. Gerade in Ländern, die nie stationäre Internetzugänge eingeführt, sondern gleich in Mobilfunknetzwerke mit leistungsfähiger Datenverbindung investiert haben. Selbst in westlichen Industrienationen wird der mehrheitlich mobile Zugriff nicht erst kommen, sondern ist schon da: 60 % der Zugriffe auf Wikipedia erfolgen über Handys und Tablets. Während die mobile Nutzung jedes Jahr um 25% steigt, sinkt die Zahl der Leser mit Desktop-PCs jährlich um 18 %.

Mobile Leser greifen aber im Schnitt auf weniger Artikel zu. Oft sind sie damit zufrieden, nur einen Artikel zu lesen, während sie sich an Desktop-PCs fröhlich durch Wikipedia klicken. So steigt zwar die Zahl der Leser kontinuierlich, insgesamt sinkt die Zahl der Zugriffe aber leicht. Im Gegensatz zu Desktop-PCs werden Abschnitte eines Artikels mobil nicht sofort angezeigt, sondern müssen explizit ausgewählt werden. Selbst in dieser komprimierten Form erreichen aber weniger als 10 % der Leser das Ende eines Artikels.

Die Zahlen zeigen, wie sich Wikipedia verändert. In der Praxis ergibt sich aus eine gravierende Teilung der Online-Enzyklopädie: Während Artikel nach wie vor in erster Linie an heimischen Desktop-PCs geschrieben werden, greifen Leser immer öfter zu mobilen Endgeräten. Während einige Leser nur oberflächlich nach Informationen suchen, wollen andere tiefer in das gewünschte Thema einsteigen. Diese Unterschiede gab es schon immer, sie treten durch die mobile Nutzung aber stärker in den Vordergrund. Ob und wie es Wikipedia gelingen wird, mit dieser Spaltung umzugehen, bleibt spannend.

 

Wikipedia zum Hören
am 22.08.2016

(Bild: anonymer Fotograf, Lizenz: CC-BY 2.0)

Bereits 2006 erschien die erste Folge von „WikipediaWeekly“, einem Podcast rund um die freie Enzyklopädie. Das Angebot ist im englischsprachigen Raum vergleichsweise beliebt, konnte sich in der hiesigen Community aber bisher nicht Fuß fassen – was nicht nur an der Sprachbarriere, sondern auch an der Auswahl der Themen liegt. Nach einem Jahrzehnt gibt es für deutschsprachige Wikipedia-Autoren und -Fotografen nun endlich eine Alternative.

Unter dem Namen „WikiStammtisch“ startete im Juli 2016 ein Podcast, der in deutscher Sprache verfügbar ist und sich auch bei der Auswahl seiner Gäste ganz auf Deutschland, Österreich und die Schweiz konzentriert. Bereits neun Folgen wurden veröffentlicht, sie eine Länge von ein bis zwei Stunden. Sebastian Wallroth, Initiator des Projekts und Moderator des Podcasts, ist seit langem in Wikipedia aktiv und engagiert sich auch offline für freies Wissen.