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MediaWiki Hosting


Viele Unternehmen verwenden MediaWiki als zentrale Wissensplattform. Die Open-Source-Software ermöglicht es, schnell und strukturiert Informationen zu sammeln und für Mitarbeiter, Kunden und Partner verfügbar zu machen. Wir helfen bei der Einrichtung und dem Betrieb von MediaWiki. Auf Wunsch stellen wir MediaWiki auch auf unserer Cloud-Plattform bereit. Wir unterstützen Unternehmen bei der Auswahl und Konfiguration passender Erweiterungen. Ferner verknüpfen wir MediaWiki mit anderen Websites.


Wikipedia Relations


Die Enzyklopädie Wikipedia gehört zu den am häufigsten besuchten Websites. Sie informiert über Themen aus Geschichte, Kultur, Politik und Sport. Außerdem enthält sie viele Artikel über Unternehmen. Diese dürfen unter bestimmten Bedingungen an ihrem eigenen Artikel mitwirken. Wir nehmen keine bezahlten Änderungen im Namen von Unternehmen vor, sondern helfen diesen, selbst in Wikipedia aktiv zu werden. Ziel ist es, Artikel unter Einhaltung aller Wikipedia-Richtlinien nachhaltig zu verbessern.


 

Interessiert? Wir freuen uns auf Ihre Nachricht: info@sucomo.de



Anonymität und Offenheit

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In der englischen Wikipedia ist wieder ein Konflikt um bezahltes Schreiben ausgebrochen: Die Identität eines bezahlten Schreibers wurde geoutet, ohne dass dieser eine Wahl gehabt hätte, das zu verhindern. Der Schritt geschah unter Verweis auf eine externe Website, auf der die betreffende Person ihre Leistungen anbot. Im konkreten Fall drehte sich die Diskussion aber weniger um die Kunden des bezahlten Schreibers und die betroffenen Artikel. Vielmehr beschäftigte sich die Community mit der Frage, ob öffentliche Informationen außerhalb von Wikipedia genutzt werden dürfen, um innerhalb des Projekts die Identität einer Person ausfindig zu machen.


Schnell stießen die Beteiligten in der Diskussion zu einem grundlegenden Widerspruch vor: Einerseits wird jedem Wikipedia-Autor absolute Anonymität garantiert. Andere Benutzer gegen ihren Willen zu „outen“ oder Hinweise auf ihre Identität zu geben, gilt als Tabu und kann zur dauerhaften Sperrung des „outenden“ Benutzers führen. Andererseits besteht für bezahlte Schreiber eine Offenlegungspflicht, die in den Nutzungsbedingungen aller Wikimedia-Projekte verankert ist. Wer seine Tätigkeit offenlegen muss, ist nun zwangsweise nicht mehr anonym – für bezahlte Schreiber gelten in diesem Bereich also andere Regeln als für die übrigen Wikipedia-Autoren.


Der Unterschied wird damit begründet, dass Anonymität vor allem zum Schutz von Privatpersonen wichtig ist. Beim bezahlten Schreiben hingegen handelt es sich im Regelfall um geschäftliche Vorgänge und juristische Personen, die weniger schutzbedürftig sind. In der Praxis wirft das allerdings einige Fragen auf – und besonders akut wird das Problem, wenn ein Wikipedia-Autor zwar vermutlich ein bezahlter Schreiber ist, das aber selbst nicht zugeben will. Ist es anderen dann trotzdem erlaubt, Recherchen über seine Identität anzustellen und mit der Community zu teilen? Das verletzt die Anonymität einer Person, insbesondere, wenn sie sich als unschuldig erweist.


Wenn mit demselben Wikipedia-Konto sowohl bezahlte als auch unbezahlte Bearbeitungen vorgenommen werden, wird das Problem noch komplizierter. Wann ist der betreffende Autor dann eine schützenswerte Privatperson, wann nicht? Wenn es allerdings nicht möglich ist, bezahlte Schreiber zwangsweise zu „outen“, bliebe die Offenlegungspflicht der Nutzungsbedingungen bedeutungslos. Die Community könnte sie praktisch nicht durchsetzen – man wäre dann wieder auf das Entgegenkommen bezahlter Schreiber angewiesen. Jemand, der verpflichtet ist, etwas zu tun, es aber keinerlei Mittel gibt, ihn dazu zu zwingen, handelt letztlich freiwillig.


Erschwerend kommt hinzu, dass es in Wikipedia keinen geschützten Raum gibt, in dem Probleme mit bezahlten Schreibern erst einmal in Ruhe untersucht werden könnten. Alles geschieht im öffentlichen Raum – aus einem vagen Verdacht wird dann schnell ein hässlicher Pranger, den eigentlich niemand will. Sowohl in der deutsch- als auch der englischsprachigen Wikipedia gibt es keine konsistente Abgrenzung zwischen garantierter Anonymität und verpflichtender Offenlegung für bezahlte Schreiber– je nach Situation und beteiligten Personen wird das Problem mehr oder weniger willkürlich ausgelegt. Ein klarerer, bestimmterer Umgang wäre dringend angeraten.


 

Italia! Wikimania!

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Die Wikimania unterscheidet sich gravierend von anderen Konferenzen. Organisiert von freiwilligen Helfern, ist man generell skeptisch gegenüber den üblichen Gepflogenheiten des Tagungsbetriebs. Auch der Ort, an dem die Wikimania stattfindet, gibt der Konferenz viel: War es 2005 die Jugendherberge im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen, 2011 der Strand von Haifa oder 2013 die Universität in Hongkong – jeder Ort hat deutlich seine Spuren in Ablauf und Stimmung der Veranstaltung hinterlassen. Dieses Jahr war das noch stärker zu spüren: Ein ganzes Dorf in den norditalienischen Alpen hatte die Wikimania zu Gast. Auf 700 Ortseinwohner kamen 1.200 Teilnehmer.


Das funktionierte nur, weil sich das gesamte Dorf beteiligte. Jedes freie Bett war an Wikimania-Teilnehmer vergeben, Mittag- und Abendessen fanden in allen verfügbaren Bars und Restaurants des kleinen Städtchens statt. Anscheinend war auch die ganze Dorfjugend als freiwillige Helfer mit eingebunden. Es war eine echte Konferenz im „Wiki-Style“, getragen vom ganzen Dorf und integriert in den Alltag der Bewohner. Dazu kommt, dass die Teilnehmer von einem Vortrag zum anderen mehrmals täglich quer durch das Dorf liefen – etwa von der Turnhalle ins Museum, in die Schule oder ins alte Kino.


So nah am Mensch und so wenig abgehoben wie der Veranstaltungsort war dann auch die Konferenz. Auf noch keiner Wikimania hat man derart viele Programmpunkte gesehen, die etwas mit konkreten Aktivitäten zu tun hatten, den Teilnehmern praktisches Wissen an die Hand gaben und vor Ort und live an Problemen arbeiteten oder diese diskutierten. Sind Wikimanias immer eine Mischung aus Aktivität, Zusammenarbeit und Darstellung für die Welt, war dieses Jahr der Darstellungsteil so klein wie nie zuvor. Ein Ergebnis umsichtiger Gestaltung des Programms, das auch damit zu tun hatte, dass die Wikimedia-Vereine in ihrem Anspruch auf Plätz von den Veranstaltern absichtlich klein gehalten wurden. Damit trugen die Veranstalter den Wünschen eines großen Teils der Community Rechnung.


Von jeder Straßenecke aus offenbarte sich ein Panoramablick in die Bergwelt Norditaliens. So wundert es nicht: Für viele Teilnehmer dürfte das die beste Wikimania sein, auf der sie je waren.


 

Wikipedia(ner) zum Anfassen

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Wikipedia ist für Außenstehende oft ein Buch mit sieben Siegeln. Zwar kann im Prinzip jeder mitmachen und Artikel mit wenigen Klicks bearbeiten. Doch das Regelwerk ist komplex, die Abläufe für Neulinge nur schwer zu durchschauen und der Ton in den Diskussionen oft unfreundlich und abschreckend. Online-Hilfsangebote wie das Mentorenprogramm erreichen ihre Adressaten oft gar nicht erst oder scheitern an falschen Erwartungen beider Seiten.


Um hier Abhilfe zu schaffen, bieten Wikipedia-Autoren in mehreren Städten seit einiger Zeit Sprechstunden und andere Offline-Kontaktmöglichkeiten an. Die älteste „Sprechstunde“ findet seit 2014 am ersten Donnerstag im Monat in der Zentralbibliothek der Hamburger Bücherhallen statt. Interessierte erhalten hier Tipps und Unterstützung bei ihren ersten Schritten. Aber auch wer „nur“ eine Frage zu Wikipedia hat oder einfach einen Blick hinter die Kulissen der weltgrößten Enzyklopädie werfen möchte, ist willkommen.


Inzwischen gibt es ähnliche Angebote auch in anderen Städten: In der Schiller-Bibliothek im Berliner Stadtteil Wedding, im Bremer Heimathaus Lesum, in der Münchener Stadtbibliothek am Gasteig, der Stadtbibliothek Stuttgart oder in den Wikipedia-Büros in Hannover und Köln. Alle diese Angebote werden von ehrenamtlich tätigen Wikipedia-Autoren bestritten. Sie geben gern Auskunft über ihr Hobby und beantworten Fragen. Eine ausführliche individuelle Beratung zu spezifischen Themen wie zum Beispiel Wikipedia-Artikeln über Unternehmen ist in diesem Rahmen freilich nicht möglich.


 

Goodbye Wikimania 2016


Die 12. Wikimania ist beendet. Vom 22.06. bis 28.06. trafen sich in Esino Lario die Vertreter von Wikipedia und ihren Schwesterprojekten aus aller Welt. Nach Angaben einiger Teilnehmer handelte es sich um die beste Veranstaltung dieser Art seit der Wikimania 2011 in Haifa. Überzeugen konnte offenbar vor allem die konsequente Ausrichtung an den Bedürfnissen der Community. Dirk Franke hat für uns die Veranstaltung auf Twitter unter @wiki_live begleitet. 2017 wird die Wikimania in Montreal stattfinden.


 

Das Wikipedia-Schiedsgericht

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Zu Beginn muss zunächst ein weit verbreitetes Missverständnis aufgeklärt werden: Das Schiedsgericht der deutschsprachigen Wikipedia entscheidet niemals über inhaltliche Fragen zur Gestaltung von Artikeln. Das war immer schon die Linie dieses gewählten Gremiums und wurde auch in den diversen Meinungsbildern – also den Abstimmungen der Community, auf denen sich die Existenz des Gremiums begründet – festgeschrieben. Was aber ist denn eigentlich das Schiedsgericht?


Das Schiedsgericht der deutschsprachigen Wikipedia ist ein Gremium aus zehn Wikipedia-Autoren, die jeweils für die Dauer von einem Jahr gewählt werden. Es wurde 2007 als höchste Instanz zur Konfliktlösung innerhalb der Online-Enzyklopädie geschaffen. Im Laufe des Bestehens von Wikipedia entwickelten sich in zahlreichen Bereichen immer komplexere Strukturen, um das Projekt am Laufen zu halten – dazu gehörte eben auch das Schiedsgericht.


Inhaltliche Fragen liegen nicht in der Zuständigkeit des Gremiums. Es ist vielmehr oberstes „Korrektiv“ bei strittigen Fragen zwischen Wikipedia-Autoren. Häufigster Fall ist dabei die Beschwerde über eine Benutzersperre, also den Entzug des Rechts zum Bearbeiten von Artikeln für eine bestimmte oder unbestimmte Zeit. Autoren, die von einer solchen Maßnahme durch Administratoren betroffen sind und die sich ungerecht behandelt fühlen, können sich zunächst an die Sperrprüfung und anschließend als letzte Instanz an das Schiedsgericht wenden. Der große Vorteil ist, dass im Schiedsgericht bisher stets Mitglieder ohne Administratorrechte die Mehrheit bildeten und so eine unabhängige Prüfung des jeweiligen Falls gewährleistet ist.


Ein weiterer Grund, sich an das Schiedsgericht zu wenden, sind Konflikte zwischen Autoren. Wenn solche Konflikte sich nicht mehr auf rein inhaltliche Auseinandersetzungen beschränken und immer mehr ins Persönliche abrutschen, wendet sich eine der Parteien oder beide gemeinsam an das Schiedsgericht. Dieses kann dann etwa weitreichende Bearbeitungs- oder Kontaktverbote aussprechen oder versuchen, den Konflikt mit weniger invasiven Maßnahmen zu befrieden. Dieser Anwendungsfall stand großen Teilen der Wikipedia-Community wohl auch bei der Einführung des Gremiums 2007 am deutlichsten vor Augen.


Ähnlich wie an ordentlichen staatlichen Straf- und Zivilgerichten vollzieht das Schiedsgericht seine Urteile nicht selbst, sondern ist stets auf die Hilfe der Administratoren angewiesen. Dies ist ebenfalls ein klarer Ausdruck der Unabhängigkeit des Schiedsgerichts, da die Mitglieder des Gremiums nicht zugleich als Richter und Vollstrecker tätig werden sollen. Die Mitglieder des Schiedsgerichts genießen größtes Vertrauen seitens der Community, was die Tätigkeit für das Gremium herausfordernd und intensiv, aber auch in höchstem Maße interessant macht.


Der Autor dieses Beitrags war von Dezember 2012 bis November 2013 und von Juni 2014 bis Mai 2016 gewähltes Mitglied des Schiedsgerichts der deutschsprachigen Wikipedia.