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MediaWiki Hosting


Viele Unternehmen verwenden MediaWiki als zentrale Wissensplattform. Die Open-Source-Software ermöglicht es, schnell und strukturiert Informationen zu sammeln und für Mitarbeiter, Kunden und Partner verfügbar zu machen. Wir helfen bei der Einrichtung und dem Betrieb von MediaWiki. Auf Wunsch stellen wir MediaWiki auch auf unserer Cloud-Plattform bereit. Wir unterstützen Unternehmen bei der Auswahl und Konfiguration passender Erweiterungen. Ferner verknüpfen wir MediaWiki mit anderen Websites.


Wikipedia Relations


Die Enzyklopädie Wikipedia gehört zu den am häufigsten besuchten Websites. Sie informiert über Themen aus Geschichte, Kultur, Politik und Sport. Außerdem enthält sie viele Artikel über Unternehmen. Diese dürfen unter bestimmten Bedingungen an ihrem eigenen Artikel mitwirken. Wir nehmen keine bezahlten Änderungen im Namen von Unternehmen vor, sondern helfen diesen, selbst in Wikipedia aktiv zu werden. Ziel ist es, Artikel unter Einhaltung aller Wikipedia-Richtlinien nachhaltig zu verbessern.


 

Interessiert? Wir freuen uns auf Ihre Nachricht: info@sucomo.de



Löschen oder schnell löschen?

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Werden Wikipedia-Artikel gelöscht, sorgt das für hitzige Diskussionen – erst Recht, wenn man mit Außenstehenden über gängige Praxis spricht. Wikipedia kennt zwei verschiedene Verfahren, um einen Artikel zu löschen: Neben dem regulären Löschantrag, der nach sieben Tagen von einem Administrator entschieden wird, gibt es noch den sogenannten Schnelllöschantrag. Dieser funktioniert nach dem Vier-Augen-Prinzip und ist für Artikel reserviert, die offensichtlich gegen Regeln verstoßen.


Die Meinungen, was offensichtlich ist, gehen aber natürlich weit auseinander. Während es für nachweisbare Relevanz bindende Kriterien gibt, existieren diese für Irrelevanz nicht. Erfüllt ein Wikipedia-Artikel die Relevanzkriterien nicht, ist das ein deutliches Anzeichen für Irrelevanz – im Zweifel muss aber jeder Artikel einzeln überprüft werden. Im Kern dreht sich jeder Schnelllöschantrag um die Frage, ob der Artikel Chancen hat, von anderen Autoren ausgebaut oder anderweitig verbessert zu werden.


Administratoren überprüfen mehrmals täglich die offenen Schnelllöschanträge. Widerspricht ein anderer Autor dem Antrag oder findet der Administrator die Begründung nicht nachvollziehbar, wird der Schnelllöschantrag in einen regulären Löschantrag umgewandelt. Wird dem Schnelllöschantrag zugestimmt, sieht es für unerfahrene Autoren so aus, als wäre der Artikel ohne Erklärung plötzlich verschwunden – eines der größten Missverständnisse zwischen erfahrenen Autoren und Anfängern.


 

Von Frankfurt nach Esino Lario

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(Bild: Sebastiaan ter Burg, Lizenz: CC-BY 2.0)


Einmal im Jahr treffen sich Autoren, Fotografen und Freunde der Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte aus aller Welt. Die erste sogenannte „Wikimania“ fand 2005 in Frankfurt am Main statt. Wikipedia steckte damals noch in den Kinderschuhen, die Community war relativ überschaubar. Es war fast unmöglich, sich am Aufbau der Online-Enzyklopädie zu beteiligen, ohne mehr oder weniger automatisch in Kontakt mit Autoren und Fotografen aus anderen Ländern zu kommen. Aufgrund der Motivation vieler Mitglieder der Community, ihre virtuellen Bekanntschaften auch einmal persönlich zu treffen, wurde 2005 spontan das die erste Veranstaltung dieser Art ins Leben gerufen.


Die Wikimania 2005 gefiel einer Mehrheit der Anwesenden. Daher wurde die Veranstaltung in den folgenden Jahren wiederholt – rund um den Globus von Boston bis Taipeh. Die größte Wikimania fand 2014 in London statt, man verzeichnete über 2.000 Teilnehmer. Dieses Jahr ist Esino Lario am Comer See in Italien an der Reihe. Das bedeutet eine Zäsur für alle Beteiligten: Nachdem die Veranstaltung in den letzten Jahren immer größer und größer wurde, will man sich nun auf den Kern der Community konzentrieren. An die Stelle pompöser Tagungshotels wie dem Hilton in Mexico City tritt ein kleines italienisches Bergdorf mit weniger Einwohnern als die Wikimania Teilnehmer.


Die Veränderungen spiegeln sich auch im Programm wieder: Letztes Jahr wurde den Teilnehmern ein breiter Strauß an Themen präsentiert, in dem es vor allem um die Rettung der Wikipedia-Welt ging. Außenstehende sollten für die Online-Enzyklopädie begeistert werden und die Mission des Projekts in die Welt hinaustragen. Diesmal ist das Programm deutlich fokussierter und stärker an den Bedürfnissen aktiver Wikipedia-Autoren und –Fotografen ausgerichtet. Zum Beispiel gibt es einen Workshop für die Aufnahme von Videos mit dem Smartphone. Diese können später vielleicht Wikipedia-Artikel illustrieren. Auch Partnerschaften mit Kulturinstitutionen stehen auf der Agenda.


Auf der Wikimania treffen sich traditionell nicht nur Wikipedia-Autoren und -Fotografen, sondern auch viele Funktionäre der Wikipedia-Welt. Vorstände, Präsidien und Mitarbeiter der Wikimedia Foundation und ihrer Chapter nutzen die Gelegenheit, sich über wichtige Themen auszutauschen. Im Zentrum der Gespräche dürfte nicht zuletzt die Kritik am Board der Wikimedia Foundation stehen. Aufgrund der starken Präsenz der Funktionäre wurde der Wikimania mitunter vorgeworfen, sich von den Bedürfnissen der Community zu entfernen. Dieses Jahr soll auch das anders werden, die Hauptamtlichen wollen sich gegenüber den Freiwilligen offensichtlich in Zurückhaltung üben.


 

WikiConvention francophone


Die französischsprachige Wikipedia die sechstgrößte Ausgabe der Online-Enzyklopädie. Gemessen an der Anzahl registrierter Benutzer liegt sie sogar auf dem dritten Platz – also deutlich vor der deutschsprachigen Ausgabe. Um die Zusammenarbeit der Community zu fördern, findet vom 19.08. bis 21.08.2016 die erste WikiConvention francophone in Paris statt. Austragungsort ist die „Halle Pajol“ im 18. Arrondissement.


Das Programm der Konferenz steht noch nicht fest, es wurden aber viele Vorträge zu klassischen Wikipedia-Themen eingereicht. Sowohl Anfänger als auch erfahrene Wikipedia-Autoren und -Fotografen werden sicher auf ihre Kosten kommen. Neben neben den Wikimedia-Vereinen aus Frankreich und der Schweiz zählt auch die französische Niederlassung des Internetkonzerns Google zu den Unterstützern der Veranstaltung.


 

Contributions rémunérées


Seit knapp zwei Monaten diskutiert die französischsprachige Wikipedia über kommerzielle Einflüsse und deren Auswirkungen. Der Anlass dafür waren Enthüllungen über die Agentur Racosch mit Sitz in der Gemeinde Moudon im Schweizer Kanton Waadt. Was auf den ersten Blick wie ein unbedeutendes Einzelunternehmen aussieht, ist prominent besetzt: Hinter Racosch stehen zwei Mitglieder des Vorstands von Wikimedia Schweiz – also dem Förderverein, der unter anderem Spenden für die freie Enzyklopädie sammelt. Es ist offensichtlich, dass hier ein Interessenkonflikt vorliegt, der großen Teilen der Community aber offensichtlich nicht bekannt war.


Die Diskussion in der französischsprachigen Wikipedia drehte sich nicht nur um den Umgang mit Racosch, sondern kommerzielle Einflüsse jeglicher Art. Die deutsch- und englischsprachige Wikipedia haben solche Debatten bereits hinter sich – und in mehreren Umfragen und Meinungsbildern eindeutig entschieden, dass es nicht darauf ankommt, ob für Artikel ein Honorar gezahlt wurde oder nicht. Sofern bezahltes Schreiben mit offenem Visier geschieht und alle Regeln eingehalten werden, zählt letztendlich nur die enzyklopädische Qualität der Inhalte. Diese pragmatische Haltung bestätigt nun eine Abstimmung der französischsprachigen Wikipedia.



Ein pauschales Verbot bezahlter Beiträge wurde abgelehnt. Eine Kategorie, in die bezahlte Artikel eingeordnet werden, fand ebenfalls nicht die erforderliche Mehrheit. Befürwortet wurde dagegen die Kennzeichnung von Autoren, die sich für Wikipedia-Artikel bezahlen lassen. Sie müssen von nun an einen eindeutigen Benutzernamen wählen, der auf ihren Interessenkonflikt hinweist. Auf diesem Weg wollen andere Autoren problematische Inhalte leichter erkennen. Ein ähnliches Verfahren ist in der deutschsprachigen Wikipedia gang und gäbe. Bis heute haben über 5.900 Personen, Unternehmen und Organisationen ihr Benutzerkonto verifizieren lassen.


 

Löschantrag einfach erklärt

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Wikipedia hat nicht nur für die Erstellung neuer Artikel ein umfangreiches Regelwerk, sondern auch für deren Löschung. Grundsätzlich kann jeder beliebige Leser oder Autor einen Wikipedia-Artikel zur Löschung vorschlagen – also auch Menschen, die noch nie zuvor in Wikipedia mitgearbeitet haben. Ein Löschantrag muss aber gut begründet werden, häufig werden zum Beispiel „Irrelevanz“ oder „Werbung“ angegeben. Neue Wikipedia-Artikel werden heutzutage weitaus kritischer kontrolliert als der Bestand. Viele Artikel erhalten oft schon am Anfang ihres Wikipedia-Lebens einen Löschantrag.


Ein Löschantrag wird nicht nur in den betroffenen Artikel eingetragen, sondern auch auf einer Seite namens Löschdiskussion. Dort findet die Diskussion über den Antrag statt. Sie ist wiederum für jeden offen, egal ob Neuling oder langjähriger Wikipedia-Autor. Die Diskussion über einen Löschantrag dauert in der Regel sieben Tage, manchmal auch länger. Am Ende entscheidet ein Administrator über den Antrag. Dafür spielt die Zahl der beteiligten Diskutanten keine Rolle, nur die vorgebrachten Argumente zählen. Administratoren sind vollkommen frei, wie sie diese untereinander abwägen.


Die weitgehende Autonomie der Administratoren hat auch Nachteile, weil schnell der Vorwurf persönlicher Willkür im Raum steht. Daher gibt es mit der Löschprüfung eine zweite Instanz: Dort kann die Entscheidung über einen Löschantrag überprüft werden. Zu diesem Zweck wird aber nicht erneut die Relevanz des vorgebrachten Themas diskutiert. Es wird lediglich untersucht, ob der Administrator regelkonform gehandelt hat. Da der Spielraum für Administratoren bei der Abarbeitung von Löschanträgen aber recht groß ist, werden Entscheidungen in der Löschprüfung selten revidiert.